Googles Unternehmensführung und Organisationskultur

Google Inc. hat viel Aufmerksamkeit und Anerkennung für seine ungewöhnliche Organisationskultur erhalten, die sowohl Loyalität als auch Kreativität fördern soll. Durch diesen Schwerpunkt auf Innovation hat Google viele wichtige Produkte entwickelt, darunter die Google-Suchmaschine, Google Maps und den Google Chrome-Webbrowser. Das Unternehmen ist jetzt viel größer als zu Beginn der Organisationskultur, was einige Änderungen am ursprünglichen Modell erzwingt.

Führungsstruktur bei Google

Die Unternehmensstruktur von Google ist nicht besonders ungewöhnlich, abgesehen von einigen einzigartigen Führungspositionen wie dem Chief Culture Officer und dem Chief Internet Evangelist. Das Unternehmen wird von einem Verwaltungsrat beaufsichtigt, der die Anweisungen über eine Executive Management Group weiterleitet. Diese Gruppe beaufsichtigt mehrere Abteilungen wie Engineering, Produkte, Recht, Finanzen und Vertrieb. Jede dieser Abteilungen ist in kleinere Einheiten unterteilt.

Zum Beispiel hat die Verkaufsabteilung Niederlassungen in Amerika, im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Europa, im Nahen Osten und in Afrika. Trotz der Verwendung einer Standard-Organisationsstruktur des Unternehmens hat Google eine Unternehmenskultur entwickelt, die darauf basiert, den Mitarbeitern einen erheblichen Spielraum für die Entwicklung neuer Ideen ohne übermäßige Kontrolle zu geben.

Die 70/20/10-Regel

Alle Google-Mitarbeiter befolgen eine Regel namens 70/20/10, nach der sie voraussichtlich 70 Prozent jedes Arbeitstages den vom Management zugewiesenen Projekten widmen, 20 Prozent jedes Tages neuen Projekten oder Ideen, die sich auf ihren Kern beziehen Projekte und 10 Prozent für alle neuen Ideen, die sie verfolgen möchten, unabhängig davon, was sie sein könnten. Das Unternehmen sieht in dieser Regel die treibende Kraft für viele der neuen Produkte und Dienstleistungen von Google, da Programmierern, Verkäufern und sogar Führungskräften genügend Platz eingeräumt wird, um kreativ zu sein.

Als das Unternehmen zu groß wurde, um den Fluss neuer Ideen und Projekte einfach zu verwalten, führte es einen Zeitplan für Besprechungen zwischen Mitarbeitern und den Gründern und Geschäftsführern des Unternehmens ein. Bei diesen Besprechungen können Mitarbeiter neue Ideen und Projekte direkt an die Top-Führungskräfte weitergeben.

Kritik an Googles Kultur

Obwohl die Kultur der Kreativität bei Google zu vielen neuen Produkten geführt hat, werfen Kritiker wie Gene Munster von der Piper Jaffray Investment Bank vor, dass die meisten dieser Produkte keine wesentlichen neuen Einnahmen erzielt haben. Da Werbung auf Suchergebnisseiten von Suchmaschinen einen Großteil der Einnahmen von Google generiert, werden viele seiner Produkte kostenlos angeboten, um die Nutzung der Google-Suchmaschine zu fördern.

Google bezahlte die Mitarbeiter zunächst weniger als viele andere Unternehmen im Silicon Valley, nutzte jedoch andere Vergünstigungen, um Mitarbeiter anzuziehen. Beispielsweise erhalten Google-Mitarbeiter kostenloses Essen, das von einem Küchenchef des Unternehmens zubereitet wurde, erhalten Busfahrten zur Arbeit und dürfen mit Rollern und Fahrrädern durch das Gebäude fahren. Sie haben auch Zugang zu Kindertagesstätten, Fitnessstudios und anderen Annehmlichkeiten. Diese Vergünstigungen sollen dazu beitragen, eine unterhaltsame und kreative Atmosphäre zu schaffen.

Darüber hinaus bietet Google jetzt Aktienpläne und höhere Löhne an, die das Vergütungspaket in den gleichen Bereich wie andere Unternehmen der gleichen Branche gebracht haben.

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Belegschaft

Das Unternehmen wurde, wie die meisten Unternehmen im Silicon Valley, wegen geschlechtsspezifischer Unterschiede in seiner Belegschaft kritisiert. Die Kritik dreht sich um zwei Hauptthemen: Fairness der Lohnskalen zwischen Männern und Frauen in ähnlichen Berufen und Belästigung von Frauen in der Belegschaft. Google hat beide Probleme erkannt und Maßnahmen ergriffen, um sie zu beheben. Beispielsweise führt es jetzt eine jährliche Gehaltsüberprüfung aller Mitarbeiter durch, um geschlechtsspezifische Lohnunterschiede zu beseitigen.

Googles inoffizielles Motto

Das inoffizielle Motto von Google lautet "Sei nicht böse". Viele seiner Richtlinien und Unternehmensentscheidungen basieren auf dem Versuch, diesem Motto gerecht zu werden. Obwohl es exzentrisch erscheinen mag, einen solchen Ansatz in einem Geschäftsumfeld zu verfolgen, in dem Gewinn immer das letzte Anliegen ist, berichten Mitarbeiter, dass sie sich bei Google anders fühlen als bei anderen Unternehmen.